Therapie bei kindl. Verhaltenauffaelligkeiten
   
 
Unter Aktuelles finden Sie einen Vortrag zu diesem Thema.
 
Kennen Sie das?

Schon früh morgens ist Ihr Kind kaum zu bremsen. Ständig ist es in Aktion, an keiner Stelle, bei keiner Tätigkeit hält es länger als ein paar Minuten aus. Selbst beim Spielen kann es nicht lange verweilen und rennt von einem Spielzeug zum anderen. Dauernd macht es Unsinn, bemalt die Wohnzimmertapete, kratzt Muster ins Parkett oder macht Chaos im Garten. Es weiß genau, dass das alles verboten ist, aber um Grenzen und Verbote kümmert es sich so gut wie nie. Wenn Sie es zur Rede stellen, gibt es freche Antworten oder bekommt einen heftigen Wutanfall, der kaum zu stoppen ist. In der Schule lässt es sich von jeder Kleinigkeit ablenken, ruft häufig unvermittelt in den Unterricht, kippelt mit dem Stuhl und lenkt andere ab, seine Schrift ist kaum leserlich. Wenn es nach Hause kommt, weiß es nicht mehr welche Hausaufgaben zu erledigen sind. Ihr Kind ist sprunghaft, neigt zu Wutanfällen, ist ein unruhiger Quälgeist, motzig, abweisend und ärgert häufig die Geschwister. Deshalb hat es wenig Freunde und Spielkameraden und wenn es sich langweilt, macht es Unsinn.
 
oder
 
Jeder Morgen beginnt viel zu früh für Ihr Kind, das Anziehen dauert ewig, zum Frühstück bleibt kaum noch Zeit. In der Schule fällt auf, dass Ihr Kind kaum bei der Sache ist. Viele Dinge scheint es gar nicht zu hören. Häufig muss es mehrmals angesprochen werden um zu bemerken, dass es gemeint ist, schreckt dann regelrecht aus seiner Traumwelt auf und muss sich erst sammeln, bevor es antworten kann. Es kann stundenlang tagträumen und vergisst darüber die Aufgaben, die es erledigen sollte. In der Schule reicht die Zeit nie aus, eine Sache rechtzeitig zu Ende zu bringen. Meistens kann es sich nicht mehr erinnern, was die Lehrer als Hausaufgabe aufgegeben haben. Ständige Telefonate folgen um die Aufgaben zusam-men zu bekommen. Sie sind genervt, zumal bei solchen Anrufen bei Klassenkameradinnen deutlich wird, dass diese wenig mit Ihrem Kind zu tun haben wollen, weil es so verträumt, trödelig und langweilig ist. Die Erledigung der Hausaufgaben dauert dann Stunden und am Abend sind alle geschafft und Sie als Eltern fühlen sich vom Erziehungsstress ausgebrannt.
    Oft haben Kinder solche oder ähnliche Verhaltensprobleme und Eltern und Lehrer klagen darüber. Aber bei manchen Kindern treten die Schwierigkeiten so stark auf, dass sie und ihre Familien Hilfe brauchen. Das Erscheinungsbild des Aufmerksamkeits-Defizit-Syndroms (ADS) ist vielfältig. Es kann mit gleichzeitiger Hyperaktivität auftreten aber auch ohne. Oft haben die Betroffenen einen langen Leidensweg hinter sich bis die Diagnose ADS gestellt wird.
 
Die Eltern erfahren häufig Vorwürfe, eventuell Mitleid, aber selten Verständnis.
Die Kinder erfahren bei den Gleichaltrigen nur selten Akzeptanz.

    In der Beliebtheitsskala sind sie oft ganz unten zu finden. Aber häufige Ausgrenzungen und das Ausbleiben von schulischen Erfolgen führen zu einer erheblichen Beeinträchtigung des Selbstbildes, zu wenig Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten und somit zu Motivationslosigkeit und Verweigerungsverhalten.
    Neun von zehn ADS- Kindern bleiben in ihrer schulischen Entwicklung stark hinter ihren intellektuellen Möglichkeiten zurück. Die Schullaufbahn ist gefährdet.
 
Ursachen für ADS

Maßgeblich verantwortlich für das ADS scheint eine neurobiologische Stoffwechselstörung in bestimmten Gehirnarealen zu sein. Diese Teile des Gehirns sind unter anderem zuständig für die Planung und Hemmung von Handlungen, für die Steuerung von Prozessen der Informationsweiterverarbeitung, für den Einsatz von Gefühlen, für die Lern- und Aufmerksamkeits-intensität und für das Ausfiltern von Wichtigem und Unwichtigem (Reizfilterschwäche). Die Übertragung eines Impulses von einer Nervenzelle auf eine andere erfolgt mit Hilfe biochemischer Botenstoffe (Neurotransmitter) wie Dopamin und Noradrenalin. Gerade diese scheinen bei ADS-Personen nicht hinreichend verfügbar zu sein, bzw. es gibt Probleme im Stoffwechsel dieser beiden Neurotransmitter.
    Die Ursache für dieses neurobiochemische Defizit ist noch nicht endgültig geklärt. Empirische Beobachtungen legen jedoch den Schluss nahe, dass unter anderem sowohl Impfungen (H.Coulter, Impfungen - der Großangriff auf Gehirn und Seele; Hirthammer Verlag, München 1993), als auch allergische Reaktionen zum Beispiel auf Nahrungsmittel eine mögliche Ursache sein könnten (J.Reichenberg-Ullmann; Ritalin-Free Kids, Rage-Free Kids; Picnic Point Press, 1999).
    Dies bedeutet aber keineswegs die Unabwendbar-keit einer ADS -Verhaltensausprägung. Erst die Kombination aus den oben beschriebenen Ursachen und der Lebenswelt des Kindes (Elternhaus, Freunde, Kindergarten, Schule) führen am Ende zu einer Verfestigung der Verhaltensauffälligkeiten des Kindes.
 
Psychopharmaka für ADS-Kinder?

Die schulmedizinisch Behandlung sieht, wenn man von den neuesten Publikationen zu diesem Thema ausgeht, in dem Psychopharmakon "Ritalin®" das Mittel der Wahl. Tatsächlich scheint das Mittel einige Verhaltensspitzen abzudämpfen und die Aufmerksamkeit zu steigern, jedoch nur so lange das Mittel regelmäßig eingenommen wird. Nach dem Absetzen stellen sich sehr schnell die alten Symptome wieder ein. Über die nicht unerheblichen Folgen einer Langzeittherapie mit dem Psychopharmakon "Ritalin®" gibt es nur wenige kritische Studien aus den USA. Doch es geht auch ohne Psychopharmaka, wenn der Weg vielleicht auch etwas länger ist. Psychopharmaka decken die Körpersignale als psychische Hilferufe von Kindern zu und erklären sie zum abweichenden, krankhaften Verhalten. Das aber diese individuellen Signale der Kinder auch umfassende Probleme in ihrer Lebenswelt widerspiegeln geht bei solchen uniformen Arzneitherapien verloren.
    Unser Ansatz ist daher Alternativen aufzuzeigen, die das Kind im Kontext seiner Lebenswelt und Geschichte betrachten und eine sanfte, tiefgreifende und nebenwirkungsfreie Arzneitherapie mit Klassischer Homöopathie.
 
Unser Therapieansatz

beinhaltet daher zwei Schwerpunkte: zum Einen die homöopathische Behandlung, zum Anderen eine intensive pädagogische Beratung.
    In der Klassischen Homöopathie wird auf Grundlage der individuellen Symptome des Kindes das passende homöopathische Arzneimittel gesucht. Diese Mittel haben keine Nebenwirkungen, sind aber in der Lage tief in die Stoffwechselvorgänge unseres Organismus einzugreifen. So können sie auch in den Stoffwechsel der Neurotransmitter dauerhaft regulierend und harmonisierend eingreifen.
    Bei der pädagogischen Beratung wird ein detalliertes Bild der Lebenswelt und der Lebensgeschichte des Kindes gezeichnet und Konfliktpunkte herausgearbeitet. Unser Anliegen ist es, das Kind und seine Familie in seiner schwierigen Lebenssituation nicht alleine zu lassen, sondern individuelle Alternativen im Umgang mit ihm aufzuzeigen und praktische Hilfen anzubieten, damit sich das Kind seinen Fähigkeiten entsprechend entwickeln und sein Leben selbstbewusst und selbstständig gestalten kann.
 
Literaturempfehlung

  • Dr. J. Reichenberg-Ullmann; Ritalin-Free Kids, Rage Free Kids; Picnic Point Press; USA 1999
  • R. Voss/ R. Wirtz; Keine Pillen für den Zappelphilipp; rororo Reinbeck 2000
  • Döpfner, Schürmann, Lehmkuhl; Wackelpeter & Trotzkopf; Beltz PVU Weinheim 2000
  • T. Fitzner/ W. Stark; ADS: verstehen - akzeptieren - helfen; Beltz Weinheim 2000
  • E. Aust-Claus/ P. Hammer; Das ADS Buch; Oberstebrink Verlag; Ratingen 1999
  • Dr. H. Coulter; Impfungen - der Großangriff auf Gehirn und Seele; Hirthammer V. München 1993

 
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