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| Fibromyalgie (FMS) Unter Aktuelles finden Sie einen Vortrag zu diesem Thema. Lange Zeit wurde der Symptomenkomplex der Fibromyalgie (FMS) nicht als eigenständige rheumatologische Erkrankung definiert, sondern dem psychogenen Rheumatismus zugeordnet. Die Klassifikationskriterien wurden 1990 publiziert. Fibromyalgie ist eine häufige Erkrankung. Man geht von 2% in der gesamten Bevölkerung aus (Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer). Damit gehört die Fibromyalgie zu den häufigsten Krankheitsbildern in der Rheumatologie. Definitionsgemäß stehen bei diesem Krankheitsbild Schmerzen im Bereich der Muskel- und Sehnenansatzpunkte sowie an den Extremitäten sowohl ober- als auch unterhalb der Taille und in beiden Körperhälften im Vordergrund. Bei der klinischen Untersuchung müssen mindestens 11 von 18 definierten druckschmerzhaften Punkten, so genannten Tender points nachweisbar sein. Tender points sind topographisch fest definierte Punkte beidseits am Körper über Muskel- und Sehnenansätzen sowie vereinzelt im Bereich von Gelenken. Die definierten Druckpunkte werden mit dem Daumen bzw. 2 oder 3 Fingern palpiert, wobei ein Druck von ca. 4 kg ausgeübt wird. Diagnose über Tenderpoints ![]() Symptomenkomplex der Fibromyalgie Neben dem generalisierten Schmerzen mit dem Nachweis der Tender points gehört weiter zur Diagnose (FMS) die Veränderbarkeit und Verschlechterung der Symptome durch körperliche Aktivität, Witterungseinflüsse oder psychische Belastungen. Gleichzeitig stellen wir bei diesen Patienten zahlreiche Symptome fest wie: Schlafstörungen, lavierte Depressionen, Kopfschmerzen, Migräne, Reizdarmsyndrom, Gelenkschwellungen und Taubheitsgefühl an den Extremitäten, Dysmenorrhoe sowie zahlreiche vegetative und funktionelle Beschwerden. Die Muskelschmerzen bei FMS-Patienten sind in der Regel zunächst asymmetrisch, können sich aber im Verlauf symmetrisch ausbreiten. Das ausgeprägte Krankheitsbild zeigt dann Schmerzen in der Umgebung von Gelenken mit einer rumpfbetonten Häufung. Diese Schmerzen treten vor allem bei kalter und feuchter Witterung auf. Dazu kommen häufig Schwellungen der Hände und der Extremitäten, die auch als Fluid-retention-Syndrome beschrieben werden (zum Beispiel Gewichtszunahme von mehr als 2 kg innerhalb eines Tages). Nicht selten wird die Steifigkeit der Gelenke durch Flüssigkeitseinlagerungen mitverursacht. Der Schlaf wird als nicht erholsam beschrieben. Begleitsymptome dieser chronischen Schmerzzustände können Empfindungsstörungen wie Brennen, Kribbeln oder andere Missempfindungen sein. Die Patienten reagieren auf geringe Anstrengungen mit schwerer unphysiologischer körperlicher und/ oder mentaler Erschöpfung. Kopfschmerzen, Raynaud-Phänomene (eine Form von Durchblutungsstörungen), kalte Hände und Füße, Kloßgefühl im Hals, Herzjagen und -klopfen in Ruhe, Allergien bzw. Pseudoallergien auf Nahrungsmittel sowie Konzentrationsstörungen, Angstzustände oder depressive Verstimmungen sind weitere klinisch führende Symptome. Die Labordiagnostik ist meistens ohne Aussagekraft. Die Entzündungswerte sind normal, im Blut lässt sich kein Rheumafaktor nachweisen, Antikörper sind in der Menge und Art normal, die Hormone liegen meist im Normbereich. Bei der internistisch-rheumatologischen Untersuchung fällt der Druckschmerz über den entsprechenden Tender points besonders auf. Der erhöhte Muskeltonus führt zu einer allgemeinen Verspannung, diese wiederum erhöht die Schmerzen und diese dann wieder den Muskeltonus. Dabei können Blockaden in allen Gelenken entstehen. Besonders häufig finden wir bei unseren Patienten Kiefergelenksblockaden. Die wichtigsten Leitsymptome
Auffallend ist, das sich die Persönlichkeitsprofile ähneln, unabhängig ob Schmerz, Müdigkeit (chronisches Müdigkeitssyndrom) oder Darmstörungen (Reizdarm) im Vordergrund stehen. Auffallend ist auch zum Beispiel der Hang zum Perfekionismus und der erhöhte Anspruch an die Erfüllung sozialer Rollen, ferner der ausgeprägte Gerechtigkeitssinn und die Tendenz zu angepasstem Verhalten (die Patienten können schlecht nein sagen) und der hohe Leistungsanspruch bei relativ geringer Selbstbehauptung. Sehr häufig, ja eigentlich fast immer finden sich in der Biographie schwere Belastungen. Die Tendenz es möglichst allen Recht machen zu wollen um kein unharmonisches oder feindliches Klima hervorzurufen, kann allein schon zu einer immensen Überlastung führen. Dadurch lasten sie sich zu viele Aufgaben auf, bis sie schließlich nicht mehr können und psychisch und physisch erschöpft zusammenbrechen. Von ihrer Umwelt ernten sie dann oft noch Unverständnis, "es ging doch immer". Viele der Betroffenen haben deutliche Hemmungen ihre Gefühle zu zeigen, insbesondere Wut und Zorn. Diese "Aggressionshemmung" kann zu einem deutlich gesteigerten Muskeltonus führen. Bei vielen Patienten konnte auch festgestellt werden, das sie ihre eigenen Gefühle auch nur in einem geringen Maße wahrnehmen. Sie sagen dann, dass sie sich nur schlecht in den eigenen Körper einfühlen können und oft nicht spüren, wann es zu viel ist. "Die Zähne zusammenbeißen und durch" könnte das Motto vieler Fibromyalgiepatienten lauten. In unserer auf Leistung ausgerichteten Gesellschaft fühlen sich Mitmenschen, die dem jeweiligen Anspruch nicht genügen können, schnell ins Abseits gedrängt. Heute spielen bei Leistungsabfall das chronische Fibromyalgie/ Müdigkeitssyndrom - auch "Alles tut weh! Syndrom oder "Ich kann nicht mehr! Syndrom (burn-out-Syndrom) - eine zunehmende Rolle. Mannigfaltige Gelenkschmerzen, rasche Ermüdbarkeit und eine Vielzahl anderer körperlicher und psychischer Befindlichkeitsstörungen, ohne wesentliche krankhafte Organ- oder Laborbefunde, führen dazu das die Patienten schnell als Hypochonder oder Simulanten abgestempelt werden, bzw. sich so fühlen. Meistens werden die Patienten unvermittelt mit dieser Diagnose konfrontiert, sind auf der einen Seite froh, endlich eine Diagnose für ihre unterschiedlichen Beschwerden zu bekommen, auf der anderen Seite werden sie damit auch meistens allein gelassen. Eine Patientin sah sich schon im Rollstuhl und auch der Hinweis des Arztes auf eine eventuell sinnvolle Psychotherapie trägt meistens erst mal dazu bei, dass die Patienten sich in die Psychokiste gesteckt fühlen. Wir haben gerade diesen Umstand sehr oft bei unseren Patienten beobachten können. Unser Therapieansatz Das realistische Nahziel heißt: eine weitgehende Schmerzfreiheit und ein besseres Zurechtkommen mit den Begleitsymptomen zu erreichen. Dieses Ziel erreichen wir durch eine Behandlung mit der Klassischen Homöopathie. In der Homöopathie wird die Krankheit nicht als isoliertes Geschehen betrachtet, sondern als Ausdruck einer Störung des ganzen Organismus. Nach einer gründlichen Untersuchung macht sich der Homöopath in der Anamnese ein detailliertes Bild der individuellen Symptome, der Krankenvorgeschichte und der familiären Krankengeschichte. Ferner sind Charakter und Wesen des Patienten wichtig. Eine solche Anamnese dauert in der Regel zwischen zwei und drei Stunden. Nur auf Grundlage dieses Gesamtbildes der individuellen Symptome - und nicht nach dem Namen der Krankheit - lässt sich für Sie das geeignetste Arzneimittel finden. Das nach Ihren individuellen Leiden ausgewählte homöopathische Arzneimittel stärkt gezielt die Selbstheilungskräfte und befähigt Ihren Organismus die Erkrankung von innen her auszuheilen. Begleitend kommen Krankengymnastik, Mooranwendungen und Hilfen bei der Umstellung des Alltags zum Tragen. Literaturempfehlung
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