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Zu den Scans
Auf den folgenden Seiten finden Sie einige Auszüge über das
Studium, bzw. die Bearbeitung der Arzneimittellehre aus
Bernhard Hirschels „Grundriß der Homöopathie“
(2. vermehrte Auflage) Dessau 1845
· Scan 10 bis 16 Regeln für das Studium
der Pharmakodynamik
Buch, Seite 288-299
· Scan 16 bis 18 Beispiele für die Selbstbearbeitung
der Arzneimittel
Buch, Seite 300-303
· Scan 18 bis 54 Beispiel für die analytisch-synthetische
Bearbeitung eines
Arzneimittels (Die Wirkung der Bryonia alba nach Hahnemanns RAML 3. Aufl.
Teil II, S. 419-416)
Buch, Seite 305-377
· Scan 55 bis 74 Beispiel für die synthetisch-analythische
Bearbeitung eines
Arzneimittels (die Wirkung der Rhus toxicodendron nach
Hahnemanns RAML
Buch, Seite 380-416
· Scan 74 bis 77 Beispiel für den Vergleich
der Arzneimittel untereinander
Buch, Seite 417-423
Bernhard Hirschel schreibt dazu auf Seite 301 „ Ich gehe bei meiner
Bearbeitung der Bryonia alba und der Rhus toxicodendron nicht wie andere
Schriftsteller vor,..... von dem mit Recht behaupteten Standpunkte eines
Lehrers, eines bewussten Kenners des betreffenden Mittels aus, sondern
indem diese Darstellung dazu dienen soll, die Art und Weise zu versinn-bildlichen,
wie man die Selbstbearbeitung eines Arzneimittels vorzunehmen hat, setze
ich einen Lernenden voraus und mich selbst an die Stelle eines Solchen,
der unbekannt mit dem Mittel und dessen Eigenschaften, aus dem vorhanden
Material erst genetisch einen Begriff sich bilden und Kenntnis erwerben
will und sich daher rein objektiv zu verhalten hat. Dies bitte ich bei
der Betrachtung des folgenden bestens zu bedenken.“
Hirschel schreibt: „.....das neue klinische Material der Homöopathen
zeigt deutlich, wie sie alle Errungenschaften der Pathologie, die physikalische
und chemische Diagnostik und die pathologische Anatomie zur Aufstellung
des objektiven Krankheitsbildes benutzen, dass sie auf die inneren Vorgänge
ebenso großes gewicht legen, als auf das nach außen reflektierte
Bild und dass nicht bloß eine Zusammenstellung der Symptome genügt,
sondern eine Charakteristik, Wertschätzung, kurz Abstraktion oder
Refelxion nötig ist.“
Auch später kommt er noch mehrfach in anderem Zusammenhange darauf
zurück, dass die Arzneimittelwahl nicht bloß auf oberflächlicher
Ähnlichkeit beruhen darf und dass erst genaue Überlegung zeigen
kann, was die wesentlichen Erscheinungen sind. Weiter schreibt er: „...es
sei das erste Erfordernis, zu wissen, in welchem Organ diese (die Krankheiten)
sitzen; sodann sei wichtig, welche Formteile befallen und von welcher
Struktur diese sind“ Aber Hirschel will nicht nur die Organe und
ihre Funktion berücksichtigen, sondern außerdem den gesamten
Krankheitsprozess, seine Art, seinen Charakter, seine Ursache und Geschichte.
Dadurch werde über die symptomatische Ähnlichkeit hinaus erst
die Arzneiwahl gesichert.
„Die Behandlung [zum Beispiel] der Mundschleimhautgeschwüre
wird eine ganz andere sein, wenn diese auf einfacher Hyperämie oder
örtlichen Ursachen beruhen, oder wenn sie Folgen des Skorbuts, des
Merkur, der Syphilis und anderer konstitutioneller leiden sind“
– „Es ist die Aufgabe einer rationellen Therapie, den physiologischen
Grundcharakter zu erörtern, welcher der anzuwendenden Arznei innewohnen
muss, wenn sie auf den eigentümlichen Prozess einwirken soll.“
[Hirschels Vorschläge, bzw. Anweisungen zum Studium und der Bearbeitung
der Arzneimittel stehen nach meinem Dafürhalten in einer Reihe mit
Constantin Herings Artikel
„Über das Studium der Arzneimittellehre“]
Bernhard Hirschel (15.01.1815 bis 15.01.1874) wandte
sich Mitte der vierziger Jahre des 19. Jahrhunderts der Homöopathie
zu. 1852 gründete er die „Zeitschrift für homöopathische
Klinik“, die vom 5. Jahrgang ab als „Neue Zeitschrift für
homöopathische Klinik“ erschien.
Bei Ihm zeigt sich das Streben, Anschluss an die Krankheitslehre der Schulmedizin
zu finden, ohne doch Wesentliches der Homöopathie aufgeben zu müssen.
1854 brachte Hirschel den „Grundriß der Homöopathie“
heraus. Dieses Buch erschien in 1. Auflage 1851 und in einer 3. erweiterten
Auflage 1864 als „Compendium der Homöopathie“. Rudolf
Tischner schreibt in seiner „Geschichte der Homöopathie“
über den „Grundriß der Homöopathie“: Hirschel
ist ein klarer, gewandter Schriftsteller und ich halte seine Schrift .....
für die beste Schrift aus diesen Jahren (1850-1880) über die
Homöopathie.
Bibliographie:
Neben diversen Artikeln veröffentlichte Bernhard Hirschel
- Der homöopathische Arzneischatz in seiner Anwendung am Krankenbett;
Dresden 1856
- Die Magenschmerzen............ (gekrönte Preisschrift Leipzig 1866
- Grundriß der Homöopathie ( 3. Aufl. Compendium der Hom. Wien
1864) Dessau 1854
- Zeitschrift für homöopathische Klinik, Hrsg. B. Hirschel ab
1852
- Neue Zeitschrift für homöopathische Klinik, Hrsg. B. Hirschel
[nach Rudolf Tischner, Geschichte der Homöopathie, Nachdruck Wien,
Springer 1998]
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