Ich mache mir ein genaues und umfassendes
Bild von Ihnen


Zunächst werden Ihre Haupt- und Nebenbeschwerden erforscht. Weiter-
hin werden Ihre Krankenvorgeschichte, die bisherigen Behandlungen und
die familiäre Krankengeschichte aufgenommen und dann die individuelle
Ausprägung Ihrer Symptome. Ich frage zum Beispiel ob Ihnen eher warm
oder kalt ist, welche Nahrungsmittel Sie bevorzugen oder verabscheuen,
wie Sie schlafen, wie Stuhlgang und Urin beschaffen sind, ob Sie wetter-
fühlig sind und vieles mehr zu Ihrer Konstitution. Ferner sind Charakter
und Wesen wichtig. Sind Sie sanftmütig oder reizbar, verschlossen oder
offen, neigen Sie zu Melancholie oder Ängsten. Was bereitet Ihnen Ver-
druss oder Freude usw. Eine solche Anamnese dauert in der Regel
zwischen ein und drei Stunden.

Die Fülle dieser Informationen – sie unterliegen der Schweigepflicht –
analysiere ich dann in weiteren Arbeitsschritten, wähle Besonderheiten
aus, die für die Mittelfindung wichtig sind und Ihrer Gesamtsituation und
Persönlichkeit am besten entsprechen.

Nur auf der Grundlage dieses Gesamtbildes Ihrer individuellen Symp-
tome und Persönlichkeit – und nicht allein nach dem Namen der Krank-
heit – lässt sich für Sie das geeignetste Arzneimittel finden.



Klassische Homöopathie ist Verordnung nach
dem Ähnlichkeitsgesetz


Beobachtungen zeigen, dass die Wirkung homöopathischer Arzneien zwei
Seiten hat: Einerseits ruft sie bei Prüfungen an Gesunden bestimmte Ver-
änderungen (Symptome) hervor, andererseits heilt sie Kranke, die genau
diese Veränderungen in ihrer Krankheit zeigen. Es kommt daher darauf an,
für jeden Patienten individuell das Arzneimittel zu finden, das bei der Prü-
fung an Gesunden genau die Symptome hervorgerufen hat, die der Patient
aufweist.

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