Termin: 7. bis 8. Januar 2012
Ort: siehe www.chiron-net.de
Kontakt: Anke Wernicke - E-Mail: info@chiron-net.de

28. Januar 2012, 17. Dresdner Homöopathietag
Die Fallanalyse nach C. M. Boger

Ein Studium der Homöopathiegeschichte führt uns zu drei grundlegen-
den Methoden der Fallanalyse und Repertorisation, die in chronolo-
gischer Reihenfolge mit den Namen C. M. von Bönninghausen, J. T.
Kent und C. M. Boger verknüpft sind. Mit ihren Repertorien schufen sie
Arbeitsmittel, um die Lehren Hahnemanns besser praktizierbar zu
machen und zeigen dabei durch ihre jeweilige Schwerpunktsetzung,
wie sie die Paragraphen des Organons (insbesondere den § 153)
interpretierten. Bogers Konzept der Fallanalyse und Repertorisation
stellt eine Art Synthese zwischen der Methode Bönninghausens und
der Kents dar. Ausgehend von der Vorgehensweise des späten Bönning-
hausen, führte er dessen Konzept der Generalisierung und Abstrahierung
von Symptomkomponenten weiter, erweiterte den biographischen Anteil der
Anamnese bis in die Familienanamnese hinein und erarbeitete mit immer
größerer Präzision den Genius des Falles und der Arznei. Einzigartig und
revolutionär ist die damit einhergehende Form der Fallanalyse, die als eine
spiegelbildliche Übertragung des von Bönninghausen lediglich arzneimittel-
seitig formulierten Genius-Konzepts auf die Patientenseite charakterisiert
werden kann.
Was sich im repertorialen Teil des Synoptic Key schon als eine grundle-
gende Tendenz andeutete, wurde im General Analysis perfektioniert: die
Reduktion und Verdichtung der Gesamtheit aller zur Verfügung stehenden
Arzneisymptome auf eine kleine Anzahl von Rubriken mit maximalem Ge-
neralisierungsgrad, in denen nur wenige Arzneien verzeichnet sind, für die
das entsprechende Symptom Genius-Charakter hat. Die Fallanalyse nach
Boger hat sich vor allem bei einseitigen Erkrankungen, schweren Patholo-
gien und symptomarmen Fällen bewährt und ist nicht auf bestimmte Indi-
kationen begrenzt und steht heute gleichberechtigt als dritter bzw. vierter
Weg der Fallanalyse neben den Methoden nach Kent, Bönninghausen und
Hahnemann (Symptomenlexikon).

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