Allgemeines
   
 
Das Reizdarmsyndrom
und seine Beziehung zum Fibromyalgie- und zum chronischen Müdigkeitssyndrom
 
Unter Aktuelles finden Sie einen Vortrag zu diesem Thema.
 
Symptome des Reizdarmsyndroms

Das klinische Bild des Reizdarms zeichnet sich durch eine große Vielfalt der Symptome aus: ziehende, stechende, brennende, oder bohrende Bauchschmerzen mit oft wellenförmigem Verlauf bis hin zu regelrechten Krämpfen; meist besser nach lokaler Wärmeanwendung.
    Die Diagnose Reizdarmsyndrom gilt als gesichert bei Beschwerden im Bauchbereich (abdominelle Beschwerden) seit mindestens 6 Monaten wiederkehrend, verbunden mit mindestens einem der folgenden Symptome:
  • Besserung der Beschwerden nach Stuhlgang
  • Dauernde Änderung der Stuhlhäufigkeit (Stuhlfrequenz)
  • Dauernde Änderung der Stuhlkonsistenz
und mindestens zwei der folgenden Symptome an mindestens zwei Tagen der Woche:
  • abnorme Stuhlfrequenz (mehr als 3 mal täglich/ weniger als 3 mal wöchentlich)
  • abnorme Stuhlkonsistenz
  • Beschwerden beim Stuhlgang ( plötzlicher Stuhldrang, Gefühl unvollständiger Entleerung, starkes Pressen erforderlich, schmerzhaftes Pressen)
  • Abgang von Schleim beim Stuhlgang
  • Starke Blähungen, Spannungsgefühl, Auftreibung des Bauches
Die Beschwerden werden meist im Unterbauch gespürt, sie können aber auch in allen anderen Bereichen des Bauches auftreten. Daher lenken sie den Verdacht häufig auf andere Erkrankungen wie Divertikulitis, Blinddarmentzündung, Eierstockentzündung, Gallenkoliken oder alle anderen entzündlichen Erkrankungen des gesamten Verdauungstraktes. Das Reizdarmsyndrom ist aber eine funktionelle Darmstörung. Funktionell bedeutet, das wohl eine Abweichung von der normalen Organfunktion vorliegt, dass aber keine Veränderungen der Organstruktur oder gar eine bösartige Krankheit als Ursache für die Beschwerden nachgewiesen werden kann. Lediglich die Verkrampfung (Spastik) des Darms ist im Röntgenbild in Form eines "Perlschnurdarms" gut zu erkennen.
    Betrachtet man die Begleitsymptome beim Reizdarmsyndrom so wird überwiegend von Schmerzen des Bewegungsapparates, Streßintoleranz, Abgeschlagenheit, Migräne, Stmmungsschwankungen, usw. berichtet. Alles Gründe die häufig zur Vermutung einer psychosomatischen Erkrankung führen und auch zu den Symptomen des Fibromyalgiesyndroms (FMS), beziehungsweise chronischen Müdigkeitssyndroms (CFS) zählen.
    Prof. Dr. Vale verglich 2 Gruppen von je 20 Patienten mit Fibromyalgiesyndrom, und Reizdarmsyndrom. Dabei erfüllten in der Fibromyalgiegruppe 70 % der Patienten die Kriterien für ein Reizdarmsyndrom, während 65 % der Patienten mit Reizdarmsyndrom Kriterien des Fibromyalgiesyndroms aufwiesen. Eine statistische Trennung beider Gruppen war somit nicht möglich.
 
Ähnlichkeiten zwischen dem Symptomkomplex des FMS, CFS und Reizdarmsyndroms

FMSCFSReizdarmsyndrom
Erstmanifestation der Erkrankung- im kindlichen Alter und in der Jugendzeit
- im mittleren und späten Lebensalter
Geschlechtshäufigkeitweiblichweiblichweiblich
Ursacheunbekannt  unbekannt  unbekannt
Verlaufchronischchronischchronisch
Entzündungszeichenfehlenfehlenfehlen
Einschränkung der LeistungsfähigkeitJaJaJa
Klinische Manifestation
SchmerzenJaJaJa
Müdigkeit, ausgeprägte SchwächeJaJaJa
KopfschmerzenJaJaJa
schlechter SchlafJaJaJa
AngstzuständeJaJaJa
DepressionszuständeJaJaJa
DarmstörungenJaJaJa
Verstärkung der Symptome durch
StressJaJaJa
WetterJa??Ja
körperliche AktivitätJaJa??
geistige AktivitätJaJa??
MuskelschmerzenJaJaJa, und abdominelle Schmerzen
schmerzhafte TenderpointsJaJaJa
leicht erhöhte KörpertemperaturNeinJaNein
Rachen- und HalsentzündungenNeinJaNein
LymphknotenschwellungenNeinJaNein
Antikörper gegen Serotonin, PhosholipideJaJaJa

Neben einem Spannungsgefühl (der ganze Bauch wölbt sich), Durchfall und Verstopfung, die bei vielen Patienten typischerweise abwechselnd auftreten, können die Schmerzen in die Urogenitalregion ausstrahlen (Symptomwechsel Reizblase-Reizdarm) oder in die Beine. Zum Teil einhergehend mit subjektiven Missempfindungen wie kribbeln, Ameisenlaufen, einem pelzigen Gefühl usw.
    Man kann bei diesen Patienten von einer deutlich erniedrigten Schmerzschwelle, vor allem der Weichteile wie Muskeln, Bänder und Sehnen, aber auch der inneren Organe wie Darm, Gebärmutter und Blase ausgehen.
    Das Reizdarmsyndrom ist schon bei Kindern zu beobachten; bei einigen unserer erwachsenen Patienten reicht die Anamnese ebenfalls bis ins Kindesalter zurück, wobei das Beschwerdebild im Laufe des Lebens immer wieder anders gedeutet und benannt wurde. Häufig bestehen ein ausgeprägter Leidensdruck und eine zum Teil langjährige erfolglose Vorbehandlung.
    Auffallend ist, wie sehr sich die Persönlichkeitsprofile ähneln, unabhängig ob Schmerzen ( bei FMS), Müdigkeit und Schwäche (bei CFS) oder die Darmstörungen im Vordergrund stehen. Der Hang zum Perfektionismus und der erhöhte Anspruch an die Erfüllung sozialer Rollen wird überproportional häufig bei diesen Patienten beobachtet. Ferner ein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn, eine Tendenz zu angepasstem Verhalten (die Patienten können schlecht "Nein" sagen) und der hohe Leistungsanspruch bei relativ geringer Selbstbehauptung.
    Neben dem Persönlichkeitsprofil und einer genetisch bedingten Veranlagung an zentralnervösen Störungen zu erkranken, scheinen Auslöser notwendig zu sein, die diese Schwäche erst manifest werden lassen.
    Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Nebenwirkungen von Medikamenten, eine zerstörte oder nicht richtig funktionierende Darmflora, Infektionen jeglicher Art (z. B. durch Vieren, Bakterien, Pilze), umwelttoxische Belastungen (z.B. Holzschutzmittel, Chemikalien, Schwermetalle usw.), sowie psychisch belastende Ereignisse über eine längere Dauer können zu einer Veränderung des immunologischen Gleichgewichts führen und eine der genannten Erkrankungen hervorrufen, bzw. manifest werden lassen.
 
Unser Therapieansatz

Viele hundert Fälle von Homöopathen aus aller Welt und eigene Erfahrungen zeigen, das sich die drei Beschwerdekomplexe (Reizdarmsyndrom, Fibromyalgiesyndrom und chronisches Müdigkeitssyndrom) sehr gut mit der Klassischen Homöopathie behandeln lassen. Wir suchen für jeden Patienten das homöopathische Arzneimittel heraus, dass nach seinen individuellen Symptomen angezeigt ist und auch zur Persönlichkeit des Patienten passt. Speziell beim Reizdarmsyndrom veranlassen wir neben der homöopathischen Behandlung eine spezielle Untersuchung der Darmflora (Kyperstatus) um einen detaillierten Überblick über die Zusammensetzung der Darmflora zu erhalten und diese dann ggf. entsprechend zu sanieren.
 
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